Eine gute Zukunft gibt es nur in gemeinsamer Verantwortung

08.05.2018 von Administrator

1. Vorsitzender Mathias Tröndle

Rede des TSD-Vorsitzenden Mathias Tröndle bei der Mitgliederversammlung am 8. Mai 2018.

Liebe Mitglieder der Turnerschaft Durlach,

„Jammern auf hohem Niveau“, „nach Höhenflug auf dem Boden der Tatsachen gelandet“, „ohne Moos, nix los“, aber auch „bunte Vielfalt prägt das Geschehen“ oder „veränderte Bedingungen erfordern neues Handeln“: Es gibt viele Schlagwörter, die die aktuelle Situation bei der Turnerschaft beschreiben könnten. Welches davon das treffendste ist, liegt natürlich auch immer im Auge des jeweiligen Betrachters. In meiner Rolle als Vorsitzender unseres Vereins  will ich - gerade mit Blick auf das vergangene Jahr und die weitere Entwicklung - folgende Überschrift wählen: „Eine gute Zukunft gibt es nur in gemeinsamer Verantwortung“.

Engagement ist Garant für die Zukunft

Zunächst möchte ich all denjenigen danken, die das mit der gemeinsamen Verantwortung ernst nehmen, die die unabdingbare Voraussetzung für das Funktionieren eines Vereins mit Leben erfüllen, die über den Tellerrand ihrer eigenen sportlichen Interessen hinaus sich einsetzen für Andere und für die Entwicklung des Vereins. Herzlichen Dank an die Verantwortlichen in den Abteilungen, an die Trainer, Betreuer und Helfer. An die Engagierten, die Veranstaltungen organisieren, als Beiräte Aufgaben erfüllen, die Medienarbeit Print und online übernehmen. Euer unschätzbares ehrenamtliches Engagement hält die Turnerschaft zusammen und ist der Garant für Zukunft.

Besonders danken will ich an dieser Stelle Claudia Schaffner, die charmant, unaufgeregt und effizient unsere Geschäftsstelle führt und meinen Kollegen im Vorstand. Ganz, ganz  herzlichen Dank auch an unsere Sportliche Leiterin Ingrid Mickley, Finanzvorstand Bernhard Schaffner und unseren Zweiten Vorstand Gerhard Kessler. Ihr habt einen gewaltigen Anteil daran, dass die Turnerschaft Durlach einen hervorragenden Ruf in Sport und Gesellschaft in Durlach und Karlsruhe genießt.

Geschäftsführer dringend notwendig

Stichwort „gemeinsame Verantwortung“: Gerade im Vorstand des Gesamtvereins sind Grenzen erreicht, die Kapazitäten der Handlungsmöglichkeit, der zeitlichen Verfügbarkeit mehr als erschöpft. Eine Zäsur ist mehr als notwendig: Wir brauchen an der Spitze dringend neue, jüngere Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die Verantwortung übernehmen. Wir stehen heute wirklich am Wendepunkt. Wenn es uns nicht gelingt, Mitglieder, die fähig und willens sind, für die Vorstandsarbeit zu begeistern und zu gewinnen, können wir den Laden dicht machen.

Ich bin aber guten Mutes, dass sich diese Menschen finden. Ihre Zusage erleichtern kann denjenigen, die mit einer Entscheidung für Verantwortung an der Spitze ringen, der im Haupausschuss vorgestellte und einmütig angenommene Vorschlag des Vorstands, künftig einen Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin einzustellen, der oder die organisatorische und konzeptionelle Aufgaben übernimmt. Das Ehrenamt hat seine Grenzen, vor allem für diejenigen, die voll im Berufsleben stehen. Andere Vereine sind diesen Schritt des Geschäftsführers längst gegangen, für uns ist er jetzt unabdingbar.

Fakten und Entwicklungen des vergangenen Jahres unterstreichen die dringende Notwendigkeit dieses Vorgehens. Die Darstellung des Geschehens teilen wir uns im Team auf. Bevor Bernhard Schaffner im nächsten Tagesordnungspunkt unsere Finanzen beleuchtet, geht Gerhard Kessler auf die Situation in Sachen Sport- und Freizeitpark Untere Hub und die Infrastruktur der TSD-Anlagen ein.

Und ich beginne mit der Entwicklung in Gesamtverein und den einzelnen Abteilungen. Ich beschränke mich dabei auf die Zahlen, über die sportlichen Ergebnisse und die vielfachen Aktivitäten sind wir ja über Homepage und TSD-Report immer auf dem Laufenden.

Einige Ausnahmen will ich dabei allerdings machen. Und mit den Ereignissen beginnen, die zum einen den inneren Zusammenhalt im Verein stärken, vor allem aber auch als Imageträger nach außen in hohem Maße zum guten Namen der Turnerschaft Durlach in Stadt und Region beitragen.

Turmberglauf und „Heimspiel“ als Imageträger

Da ist zunächst unser Turmberglauf. Im vergangenen Jahr ging er zum 25. Mal über die Bühne. Hunderte von Läuferinnen und Läufern aus Nah und Fern nahmen daran teil, gingen mit vollem oder weniger Dampf über die Zehn-Kilometer-Strecke durch Durlach und an der Pfinz entlang. Die vielen Helferinnen und Helfer innerhalb und außerhalb der Turnerschaft stemmten das Laufspektakel für Hobby- und Profiathleten wieder mit Bravour.

Doch in den allgemeinen Wein der Freude mengte sich leider ein ganz dicker Tropfen Wermut. Für die langjährige Cheforganisatorin Edelgard Gruber, die schon lange zuvor ihren Rückzug in dieser Funktion nach der Jubiläumsauflage erklärt hatte, konnte trotz intensiver Bemühungen bis heute keine Nachfolge gefunden werden. Es drohte der Worst Case, dass der 25. Turmberglauf der vorläufig letzte bleibt. Ich betone, genau bis zum heutigen Tag. Denn Gespräche, die Ingrid Mickley und Edelgard Gruber just heute Vormittag führten, lassen uns auf das berühmte Licht am Ende des Tunnels hoffen. Das Licht trägt den Namen Wilfried Raatz. Und Ingrid kann später bestimmt Interessierten auf Nachfrage berichten, was das Treffen mit dem Experten in Sachen Laufsport ergeben hat.

Die zweite Veranstaltung mit überregionaler, gar bundesweiter Ausstrahlung und medialem Interesse war „Heimspiel V“. Das inklusive Handballturnier für Teams aus Spielern mit und ohne Behinderung aus der gesamten Republik fand auch in seiner fünften Auflage breite Resonanz bei Teilnehmern und Publikum. Herzlichen Dank an die Handballabteilung, vor allem an unsere inklusive Gruppe Durlach Turnados und die zahlreichen Helfer für die tolle Organisation und Durchführung.

Besonders freut mich dabei auch, dass wir erneut das Stadtamt Durlach und die Lebenshilfe Karlsruhe als Kooperationspartner mit im Boot hatten, und uns zahlreiche Durlacher Unternehmen unterstützten. Diese Gemeinschaftsaktion war wieder eine wichtige Station auf unserem Weg der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Sport und Gesellschaft.

Die nächste bundesweite sportliche Herausforderung steht für die Durlach Turnados der Turnerschaft übrigens bereits in wenigen Tagen an. Vom 14. bis 18. Mai nehmen sie mit drei Teams an den Nationalen Spielen von Special Olympics in Kiel teil. In Sachen Inklusion will ich aber auch der Judo- und der Tischtennisabteilung danken, bei denen Sportler mit Handicap mit Feuereifer auf der Matte und an der Platte sind.

Spiel- und Sportfest mit breiter Resonanz

Auch die Turnabteilung mit ihrer jung gestickten Führung ist es inzwischen gewohnt, große Veranstaltungen über die Bühne zu bringen. So war sie erst am vergangenen Wochenende Ausrichterin eines Wettkampftags des Karlsruher Turngaus. Ganz ganz herzlichen Dank an Paula, Sylvi und Jana für das tolle Engagement. Aus dieser Ecke kam übrigens auch die Idee zu einem gemeinsamen internen Spiel-und Sportfest der Turnerschaft. Im vergangenen Sommer wurde die Idee Realität: Sportler aller Generationen und aus unterschiedlichen Abteilungen spielten auf der Unteren Hub gemeinsam Hand- und Basketball, durchliefen einen Parcours mit vielfältigen Stationen, aßen, tranken gemeinsam, kamen miteinander ins Gespräch. Und auch unseren traditionellen Ehrenabend hatten wir in die Veranstaltung integriert. Das Spiel- und Sportfest war ein Erfolg auf ganzer Linie, herzlichen Dank dem Orga-Team. Die nächste Auflage steht im kommenden Jahr ins Haus. Ich freue mich schon darauf.

Leichter Rückgang bei der Zahl der Mitglieder

Worüber ich mich weniger freue, das sind die Zahlen in Sachen Mitgliederentwicklung. Als ich das Amt des Ersten Vorsitzenden im Jahr 2005 übernahm, zählte die Turnerschaft nach einem gewaltigen Rückgang vor allem im Zuge des abgeflachten Tennisbooms in den Jahren zuvor etwa 1.200 Mitglieder. Diese Zahl konnten wir durch die Attraktivität unserer Angebote und des erfrischenden Lebens in den Abteilungen bis vor drei Jahren auf etwa 1.350 steigern. Seither geht die Zahl aber stetig leicht zurück. Nicht dramatisch, aber dennoch spürbar. Vor allem in einigen Abteilungen.

Zunächst die Gesamtzahl. Zum 1. Mai 2018 haben wir genau 1.259 Mitglieder, ein Jahr zuvor hatten wir noch 30 mehr, also 1.289. Für die Fachverbände allerdings haben wir 1.324 Mitglieder, das liegt daran, dass einige in mehreren Abteilungen aktiv sind. Hoch im Kurs stehen wir bei Kindern und Jugendlichen: 548 unserer Mitglieder sind unter 18 Jahre alt, am anderen Ende der Altersskala zählen wir 291 Mitglieder, die die 60 Lenze überschritten haben.

Unterschiedliche Entwicklung in den Abteilungen

Zwei Abteilungen entwickelten sich übrigens im vergangenen Jahr gegen den Trend des leichten Rückgangs. Unsere größte Abteilung Handball einschließlich der Durlach Turnados legte um 11 Aktive zu und hat jetzt 367 Mitglieder, gegenüber 356 im Vorjahr. Und mit 23 Mitgliedern hat unsere zahlenmäßig neuntgrößte Sparte, die Judo-Abteilung, eines mehr als 2017.

Unsere zweitgrößte Abteilung Fitness und Gesundheit verzeichnet mit dem Rückgang von 307 auf 294 ein Minus von 13 Mitgliedern, unsere drittgrößte Basketball ein kaum merkliches von 234 auf 230 Mitglieder. Am deutlichsten war der Rückgang im Turnen. Da sank die Mitgliederzahl um 24 – und zwar von 166 auf 142. In der Leichtathletik als fünftgrößer Abteilung sind 74 Mitglieder aktiv, im Vorjahr waren es 77.

Abteilung Nummer sechs Volleyball ging von 67 auf 60 Mitglieder zurück, unsere siebtgrößte Abteilung Tischtennis musste gar den Verlust von 10 Mitgliedern hinnehmen und zählt jetzt 51 Köpfe. Tennis ist Abteilung acht und hat derzeit 44 Mitglieder, gegenüber 52 im Vorjahr. Taekwondo als Abteilung zehn ist mit 19 auf fast dem Niveau von 2017, als die Abteilung 20 Mitglieder zählte. In der Wanderabteilung gehen noch 13 Mitglieder auf Tour, gegenüber 23 im Vorjahr. Und die Zahl in unserer Abteilung Nummer 12, der kleinsten blieb konstant: Triathlon hat nach wie vor 7 Mitglieder.

Missverhältnis zwischen Bedarf und Sportstätten

Die Ursachen für die jeweiligen Entwicklungen sind vielfältig. Vor allem den ballspielenden Abteilungen ist ein gemeinsames Problem gut bekannt. Das ist die leidige Hallenfrage. Vor allem der Mangel an geeigneten Sportstätten ist für die Turnerschaft Durlach ein gewaltiger Hemmschuh für die weitere Entwicklung. Der Bedarf im Verein und bei der Bevölkerung ist da, die Flächen indes fehlen. Dieses Missverhältnis ist inzwischen auch bei Stadt und Gemeinderat angekommen, spätestens mit dem Bau des Sport- und Freizeitparks soll hier Abhilfe her.

Wir sind beim für die Entwicklung des Sports in Durlach unabdingbaren Sport- und Freizeitpark nicht nur hart am Ball, sondern auch einer der Aktivposten des Jahrhundertprojekts. Weitere Informationen dazu wird gleich Gerhard Kessler geben. Und über unsere Infrastruktur. Denn auf unserem Gelände auf der Unteren Hub hat sich im vergangenen Jahr einiges geändert. Nach über 30 Jahren Dienst ist unser Platz- und Hallenwart José Botana im vergangenen Herbst in Ruhestand gegangen. Seine Aufgaben sind jetzt anders verteilt. Darüber hinaus mussten wir einige nicht mehr standsichere Pappeln fällen lassen, unsere Pächter vom Paintball haben ihre Anlage optisch aufgerüstet. Und, und, und............ Dazu von Gerhard mehr.

Was mir an dieser Stelle bleibt, Gerhard, ist Dir nochmals ausdrücklich für Dein vielfältiges Engagement in den vergangenen Jahren zu danken.

Mehr möchte ich in diesem Punkt der Tagesordnung nicht dazu sagen. Aber Du weißt: Nicht nur ich hätte Dich mit Deiner anpackenden, überzeugenden und gut strukturierten Art gerne noch eine ganze Weile in Deiner jetzigen Funktion.

Innere Konsolidierung und Neuausrichtung ist Gebot der Stunde

Liebe Mitglieder, gemeinhin beenden Vorsitzende derartige Berichte mit einem Ausblick, in dem es von Absichtserklärungen und Visionen nur so wimmelt. Ich will das nicht tun. Die beiden Visionen, die ich bei meinem ersten Amtsantritt 2005 in das programmatische Portfolie der Turnerschaft packte, sind inzwischen auf die Schiene gesetzt. Die eine gut, das ist die Inklusion von Menschen mit Behinderung in unseren Verein. Die leben wir in einigen Abteilungen. Die zweite bedurfte eines längeren Atems, ist aber inzwischen Chefsache im Karlsruher Rathaus. Ich meine damit den Sport- und Freizeitpark, der mit Sicherheit kommen wird. Wann und wie steht allerdings noch in Frage.

Unser wichtigstes Pfund ist das Leben in den Abteilungen. Dazu braucht es gute Trainer und Betreuer. Die haben wir, natürlich könnten es mehr sein, und deren unersetzliche Arbeit wollen wir ein wenig mehr anerkennen. Dazu braucht es höher Beiträge. Und diese Erhöhung, die Bernhard Schaffner dann in einem eigenen Punkt der Tagesordnung erläutert und vorschlägt, soll auch dazu dienen den dringend notwendigen Geschäftsführer teilweise zu finanzieren. Warum wir einen solchen Menschen brauchen, habe ich dargelegt. Diese Funktion ist nicht nur ein wichtiger Beitrag, die alltäglichen Herausforderungen zu bewältigen, sondern auch um konzeptionell an neue Ufer gelangen zu können. Und wie den Geschäftsführer brauchen wir auch junge Köpfe, die sich in den Vorstand einbringen – und die bisherige Garde in absehbarer Zeit ablösen. Ich denke da an einen Zeitraum von zwei Jahren.

Wenn und die Konsolidierung und Neuorientierung gelingt, dann gibt es auch wieder Visionen…

Liebe Mitglieder, „eine gute Zukunft gibt es nur in gemeinsamer Verantwortung“ - ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit.

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